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Aus Solidarität: Sobotka will afghanisches Ministergehalt von 800 Euro

Wieviele Liter Milch bekommt man in Kabul eigentlich für 800 Euro?

Flüchtlingen soll bundesweit ein Zuverdienst mit einer stündlichen Vergütung von 2,50 Euro ermöglicht werden. Wie Innenminister Wolfgang Sobotka diesen Verhandlungserfolg erringen konnte erklärt er ganz einfach: „Einer hat gesagt ein Euro, ein andere hat gesagt 5 Euro. Dann hab‘ ich meine Verhandlungstechnik ausgepackt, die ich auch beim letzten Ägyptenurlaub am Basar verwendet habe, und gemeint, dann treff ma‘ uns bei 2,50 Euro. Das ist noch immer mehr als ein Polizist in Afghanistan verdient“.

Kritiker werden laut

Kritiker verstehen zwar das grundsätzliche Vorgehen, um keine falschen Signale in die Welt zu senden, betonen jedoch, dass der gelernte Musikschuldirigent noch nie etwas von Kaufkraftparitäten sowie dem Unterschied zwischen Nominal- und Realeinkommen gehört hat.

800 Euro Ministergehalt

Sobotka möchte mit christlich-sozialen Werten vorangehen und beweisen, dass ihm die Sicht über den eigenen Tellerrand nicht vom fettigen Schweinsbraten versperrt wird. Demnach will er aus Solidarität bis Ende des Jahres – wie sein Amtskollege aus Kabul – nur ein Gehalt von 800 Euro beziehen. Von Lohndumping möchte Sobotka aber nichts wissen, denn „die einzigen Billigarbeitskräfte in unserem Land sind und bleiben die Zivil- und Grundwehrdiener. Die bekommen nämlich weit weniger als 2,50 Euro pro Stunde“.

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(Bildquellen: Michael Kranewitter/Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0), Montage)