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AMS Dezember-Bilanz: 1.500 Nikoläuse arbeitslos gemeldet

NikolausAMS Als Zeichen des Protests kommen die Nikoläuse „in Uniform“ zum AMS-Beratungsgespräch.

Alle Jahre wieder kommt der Nikolaus. Was vor einiger Zeit noch ein Fixpunkt in der Adventzeit war, wird nun immer seltener. Die jährliche Debatte wird von Politikern, Hobby-Psychologen und Kirchenvertretern auf dem Rücken von mehr als 1.500 Nikoläusen ausgetragen, die heuer ohne Job durch den Winter kommen müssen.

Monster im Rauschebart

Vienna Telegraph hat vor einem Wiener AMS-Beratungszentrum mit Herrn Myra (67) aus Simmering gesprochen, der auch im wahren Leben Nikolaus heißt. „Unser Berufsstand wird schon seit Jahren diskriminiert. Letztes Jahr hab‘ ich mir schon den Bart abrasiert, weil die Pädagogen meinten, wir machen den Kinderseelen Angst. Das sind übrigens die gleichen Erzieher die Ende Oktober mit den Kindern Halloween feiern“, so der ehemalige Gabenbringer.

Immer häufiger treten auch Frauen in die Fußstapfen des heiligen Nikolaus, weiß Franz N. (59): „Mittlerweile heißt es sogar schon in öffentlichen Ausschreibungen ‚bei gleichem Qualifikationsprofil werden weibliche Bewerberinnen bevorzugt‘. Ich frage mich, wo bleibt da die Gleichberechtigung?“.

„Nikolaus ohne Graus“

Während die Katholische Jungschar auf die Schulung „Nikolaus ohne Graus“ setzt, versucht das Arbeitsmarktservice verzweifelt die „Nikoläuse außer Dienst“ im Förderungsprogramm „45 plus“ unterzubringen.

Krampus gleichermaßen betroffen

Die Debatte scheint eine Kettenreaktion auszulösen und lässt auch weitere Berufsgruppen aus der traditionsreichen Vorweihnachtszeit nicht unberührt. „Der klassische Krampus wird maximal nur noch Teilzeit angestellt – eine Katastrophe für Menschen, die ohnehin nur saisonal eingesetzt werden“, erklärt ein Sprecher des AMS. Vor allem der Perchtenlauf (Krampus-Umzug, Anm. der Redaktion) wurde längst wegrationalisiert und findet selbst in Westösterreich nur noch selten statt. In Wien ist der Brauch ohnehin gänzlich unbekannt geworden.

Seltenes Kulturgut

Das Naturhistorische Museum hat sich spontan bereit erklärt im Jahr 2016 eine Ausstellung zum Thema „Ausgestorbene Brauchtümer der Vorweihnachtszeit“ zu organisieren. Die Sonderausstellung soll in einer kleinen Nische zwischen den Ausgrabungen der Römerzeit und dem Flugsaurierskelett stattfinden. Für Kinder werden spezielle Führungen angeboten, die von einem verkleideten Christkind – ohne Bart – geleitet werden. So soll sichergestellt werden, dass kein Kind mehr von einem Nikolo terrorisiert wird.

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(Bildquellen: Richard Elzey/Flickr (CC BY- 2.0), Richard Elzey/Flickr (CC BY 2.0), Montage)